Grundlage zur pq-Formel:

1. Definition: Die pq-Formel dient zur Lösung quadratischer Gleichungen der Form: Die Lösungen (Nullstellen) berechnen sich durch:

2. Voraussetzungen:

  • Umformen einer allgemeinen quadratischen Gleichung auf die Normalform durch Division mit :

3. Anwendung:

  • Zur Bestimmung von Zeitpunkten, Positionen oder anderen Parametern bei Bewegungsplanungen, wenn quadratische Zusammenhänge vorliegen (z. B. bei Interpolation, Rampenprofilen).

4. Mathematische Grundlagen:

  • Quadratische Gleichungen
  • Rechnen mit Wurzeln
  • Reelle und ggf. komplexe Zahlen
  • Diskriminantenbetrachtung:

5. Empfehlung zum Lernen:

  • Viele Übungsaufgaben rechnen (z. B. Nullstellenberechnung)
  • Zusammenhang zur Scheitelpunktform und Parabeln erkennen
  • Anwendungsbeispiele in der Physik oder Robotik (z. B. Bewegungsprofile) einbinden

Hier sind einige Anwendungsbeispiele der pq-Formel (quadratischen Gleichungen) in der Robotik, speziell für typische Themenfelder aus deinen Unterlagen:


⚙️ 1. Bewegungsplanung (Kapitel V)

Beim PTP-Bewegungsprofil mit Rampen:

  • Die zurückgelegte Strecke hängt quadratisch von der Zeit ab während der Beschleunigungs- oder Verzögerungsphase:
  • Hieraus ergibt sich bei Umformung eine quadratische Gleichung in , die mit der pq-Formel lösbar ist, um z. B. den benötigten Zeitpunkt für eine gegebene Strecke zu berechnen.

🤖 2. Inverse Kinematik (Kapitel IIc)

Bei der algebraischen Lösung der Gelenkwinkel:

  • Für einen Zweigelenkroboter wird die Position des TCP mit Sinus- und Kosinussätzen aufgelöst. Dabei entsteht eine Gleichung wie: → Diese Gleichung kann zu einer quadratischen Gleichung in umgestellt werden, z. B.: → Lösung: pq-Formel

🔧 3. Trajektorienplanung (Kapitel V und VI)

Für eine Bahn mit gleichmäßiger Beschleunigung:

  • Die Bahnkurve in Gelenkkoordinaten ergibt sich als:
  • Will man den Zeitpunkt berechnen, an dem ein bestimmter Gelenkwinkel erreicht wird, ergibt sich eine quadratische Gleichung in .

📐 4. Kollisionsvermeidung in der Bewegungsplanung

  • Wenn zwei Roboterarme sich bewegen und man die Zeitpunkte ihrer Annäherung bestimmen will, kann die Bedingung zur Erreichung desselben Orts zu einer quadratischen Gleichung führen.

💡 Fazit:

Die pq-Formel ist überall dort hilfreich, wo Bewegungen, Lagen oder Zeiten in der Robotik quadratische Abhängigkeiten haben — insbesondere bei Bewegungsprofilen (Rampen, sinoide), kinematischen Berechnungen (inverse Kinematik) oder zeitlichen Schnittpunkten (z. B. bei mehreren Robotern im Arbeitsraum).