Grundlagen der Robotik – Zusammenfassung

Diese Übersicht fasst zentrale Aspekte der Robotik zusammen, basierend auf den analysierten PDF-Dokumenten. Sie behandelt Themen rund um die Steuerung, Programmierung und den Betrieb von Robotern sowie neuere Entwicklungen wie autonome Systeme und Mensch-Roboter-Kooperation.


1. Grundlagen der Gelenkansteuerung (Dynamische Modellierung)

  • Dynamische Modellierung ist notwendig für die präzise Ansteuerung von Robotergelenken.
  • Berücksichtigte Elemente:
    • Aktuator (z. B. Gleichstrommotor mit Getriebe)
    • Robotermodell
    • Reibung
  • Gleichstrommotor mit Getriebe: Modelliert das elektrische und mechanische Verhalten.
  • Trägheitsmoment: Ändert sich bei Bewegung mehrerer Achsen. Wird oft vereinfacht behandelt.
  • Reibung (gemäß der Stribeck-Kurve):
    • Haftreibung (Mh) – bei Stillstand
    • Coulombsche Reibung (Mc) – abhängig vom Vorzeichen der Geschwindigkeit
    • Viskose Reibung (Mv) – proportional zur Geschwindigkeit
    • Negative Reibung – kurzzeitiger Reibungsabfall bei Bewegungsbeginn
  • Instabilitäten durch Haft- und negative Reibung sind mögliche Probleme.
  • Notwendig für den Entwurf geeigneter Regelungsalgorithmen.

2. Interaktion mit der Umwelt (Endeffektoren)

  • Roboter verwenden Endeffektoren (z. B. Greifer, Werkzeuge) zur Interaktion.
  • Beispiele:
    • Zweibackengreifer (Pick-and-Place)
    • Schweißzangen, Messmittel, Sprühpistolen
    • Mehrfingergreifer – hohe Flexibilität, vergleichbar mit menschlicher Hand
  • Vorteile von Mehrfingergreifern:
    • Sensorüberwachte Objektmanipulation
    • Einsatz bei Montage und Prothesen
    • Feinbewegungen ohne Bewegung des Roboterarms

3. Roboterbetriebsarten (Regelungsverfahren)

Positionsregelung

  • Präzise Punktansteuerung und Trajektorienführung im freien Raum
  • Keine Reaktion auf Umweltkontakte

Impedanzregelung

  • Kombiniert freie Bewegung und Umweltkontakt
  • Nachgiebigkeit durch Impedanzfilter
  • Nachteil: Kräfte nur indirekt geregelt

Hybride Regelungen (Kraft-Positionsregelung)

  • Selektionsmatrix trennt Kraft- und Positionsregelung in verschiedenen Richtungen
  • Erfordert exakte Trennung und Nachführen des Koordinatensystems

4. Programmierung von Robotern

Online-Programmierung

  • Direkt am Roboter, in der Produktionsumgebung
  • Methoden:
    • Teach-In: Gelenkstellungen manuell anfahren und speichern
    • Play-Back: Bahn wird manuell geführt, Positionen werden aufgezeichnet
    • Master-Slave: Fernsteuerung über einen zweiten Roboterarm (z. B. Telerobotik)

Offline-Programmierung

  • Am PC, unabhängig vom realen Roboter
  • Simulation von Abläufen möglich
  • Nachteil: Toleranzen in Realität können Korrekturen erfordern

Hybride Programmierung

  • Kombination aus Offline-Strukturierung und Online-Feinjustierung

Implizite / Aufgabenorientierte Programmierung

  • Abstrakte Vorgabe was getan werden soll, nicht wie
  • Erfordert Sensorintegration und Aktionsplanung

5. Genauigkeit und Wiederholgenauigkeit

  • Wiederholgenauigkeit (Repeatability): Präzision beim Wiedererreichen gespeicherter Gelenkpositionen
  • Genauigkeit (Accuracy): Exaktheit beim Anfahren berechneter kartesischer Punkte (benötigt inverse Kinematik)
  • Verbesserung durch Kalibrierungsverfahren möglich

6. Sicherheit und Anlagenplanung

  • Wichtige Faktoren:
    • Aufstellort, Tragfähigkeit, Platzbedarf
    • Externe Schutzeinrichtungen: NOT-Aus, Schutzzäune
    • Definition von:
      • Arbeitsbereichen
      • Schutzbereichen
      • Gefahrenbereichen (inkl. Bremsweg)

7. Neuere Ansätze & Autonome Systeme

Mensch-Roboter-Kooperation (MRK)

  • Momentensensitive Roboter
  • Kombination von menschlicher Flexibilität mit Roboterpräzision
  • Ziel: Produktivität & Anpassungsfähigkeit steigern

Autonome Robotersysteme

  • Wahrnehmung, Analyse, Entscheidung und Reaktion auf Umgebung
  • Eigenschaften:
    • Robustheit gegenüber Störungen
    • Wissensbasierte, adaptive und lernfähige Systeme
    • Zentrale Anforderungen: Flexibilität, Adaption, Lernfähigkeit

Hinweis: Inverse Kinematik bezeichnet den mathematischen Prozess zur Berechnung der notwendigen Gelenkwinkel für eine gegebene Position und Orientierung des Endeffektors.